Sie war beim Bund, um sich zu bewerben als Feldwebel in der Panzertruppe - sie hat einen Bericht geschrieben, den sie in der Ich Form schrieb, weil der auch als Emailbericht an Freunde gesendet wird.
Die Tests waren anstrengend und sie hat einiges erlebt und kann nun erstmal nicht schlafen, so voll von Eindrücken ist sie.
Wer den Bericht lesen will - bittesehr :
Sonntag Ankunft gegen 21 Uhr
Ich habe es geschafft, nicht den Zug nach Hannover zu verpassen, nehme dann bei Ankunft noch die U Bahn und bin nach ein paar Minuten in der Kaserne angelangt, wo sich die Schlange der Bewerber schon gemütlich rumschlängelt. Aufgrund einer Bombenentschärfung sollten wir alle so spät ankommen, sonst wäre ich schon früher losgefahren, aber Donnerstag erreichte mich Mittags der Eilbrief (hatte schon Angst, sie haben es sich mit der Einladung anders überlegt und mich ausgeladen...)
Und da ich eh vorhatte, am Abend die Fahrkarten zu kaufen, grinste ich in mich hinein und war froh, sie nicht früher gekauft zu haben.
Angekommen in der Kaserne werden erstmal Zettel ausgehändigt, die man unterschreiben muss (so eine Bewerbung eignet sich wunderbar fürs Unterschriftenüben, ich habe noch nie so oft wie dort mit meinem Namen unterschrieben!)
Eine Frau steht hinter mir und wir kommen ins Gespräch, da wir nebeneinander stehen, werden wir auf die gleiche Stube verteilt, die die erste Nacht ganz für uns alleine gehören sollte.
Für ein Teil der Gruppe war noch Begrüßung/Belehrung vorgesehen, wir dagegen hatten frei und hatten die Begrüßung erst am nächsten Morgen.
Wie zu erwarten war, schlief ich zwar recht schnell um 22:00 ein, wachte dann aber um 2 Uhr auf und verbrachte wach die Nacht bis 5 Uhr - Zeit zum aufstehen. Duschen stand auf dem Programm und weil ich so früh aus dem Bett hüpfte, war sie leer. Jessica, meine Stubengenossin, stand mit mir gleichzeitig auf, sie hatte ähnlich schlecht geschlafen und in Gesprächen mit Anderen stellte ich schnell fest, das es denen genauso ergangen war.
Auf so einer harten Matratze habe ich übrigens noch nie geschlafen, die konnte man als Waffe benutzen!
Nungut, um 6:10 gabs Frühstück - zu der Zeit liege ich normalerweise im Bett und schlafe tief und fest - die Brötchen schmeckten gut und es gab sogar so eine Art von Nutella. (Klasse!)
Danach war für uns Begrüßung/Belehrung angesagt, die Begrüßung war ein ca. 20 minütiger Vortrag über die Bundeswehr, z.b. das man ehrlich in den Gesprächen sein sollte, das Drogentests durchgeführt werden und das auch Sanitätsanwärter die Ausbildung an der Waffe machen würden. (Später habe ich erfahren, das ein Mädel anscheinend gleich danach gegangen ist - schön dumm sowas, sich nicht vorher zu informieren, aber wir hatten noch andere spannende Fälle im Verlauf der Tage...)
Nach dem gabs einen Zettel, den man innerhalb von 30 Minuten ausgefüllt haben musste, in dem gabs Ankreuzfragen (Ob man ins Ausland gehen würde etc...) und Fragen, die man ausschreiben musste (Was erwarten sie von der BW, weshalb sollte die BW Sie nehmen, Was hat Ihnen das Elternhaus mitgegeben, was haben Sie in der Schule beigebracht gekommen (und hier sollte man nicht mit : Mathe, Deutsch oder Englisch antworten!))
Ich brauchte etwas Zeit um mich einzugewöhnen, dann konnte ich aber alles flüssig beantworten und auf die Frage "Was werden Sie machen, falls die BW Sie nicht nimmt" habe ich geschrieben das ich mich zwar schon weiter beworben habe, aber im Hier und Jetzt lebe und (wörtlich) "Sie überzeugen möchte, das ich die Richtige für Sie bin!"
Der Schlusssatz war echt eine kleine Verzweiflungstat von mir, aber ich dachte, das bringt es halbwegs rüber, wie wichtig mir das hier ist.
Dann stand der Computertest = Intelligenztest an und da ich schon mehrere gemacht hatte (wovon der eine immer besser als der alte war und bis ich irgendwann zufrieden mit dem Ergebnis war), dachte ich schon in etwa, worauf ich mich eingelassen hatte.
Denkste!
Zwei Stunden saß man vor dem Rechner, wo Logik, Mathe, räumliches Verständnis, Koordination, Zahlenkombinationen, Englisch, Rechtschreibung, Satzaufbau und zum Schluss ein Frage und Antwortspiel drankam mit "Trifft zu" oder "Trifft nicht zu"
Ich sags ehrlich, bei diesem Zahlenkombinationsrechnen, wo es oben zweimal die Reihe von 0-9 gab und oben drüber chinesische Zeichen, die man in einer Reihe angezeigt bekam, wovon man zwei zusammenrechnen musste, das Ergebnis aufschreiben und dann sich die letzte Zahl merken, um dann mit der nächsten Zahl weiterzuarbeiten, habe ich mich wie eine Versagerin gefühlt...die Reihe wurde nach 1 Minute gewechselt und ich habe kein einziges Mal es geschafft, die ganze Reihe auszufüllen - jedoch denke ich auch, das das beabsichtigt war, um Stress auszulösen.
Bevor die Aufgabe anfängt, gibt es Beispielaufgaben, die man lösen muss und ich schaffte es, dreimal es falsch zu machen, dann wurde das Programm gestoppt und eine Aufsicht musste kommen und sie entsperren und vor allem, es mir nochmal erklären...ich dachte schon, ich wär zu blöd dafür echt...
Bei Mathe habe ich natürlich auch geschwächelt...bin halt darin keine Leuchte, aber dafür konnte ich Punkte im Sprachlichen machen und die Logikaufgaben haben mir auch Spaß gemacht.
Mir war klar, das der Test kein Pappenstiel sein würde, weil ich mich ja auch nicht auf einen kleinen Posten beworben hatte, sondern auf den höchsten Dienstgrad, den ein Unteroffizier machen kann (nicht falsch verstehen, beworben, um darauf hin dafür ausgebildet zu werden).
Nach dem Test gabs Essen, das auch gut schmeckte, aber ich bin darin eh keine Etepetetetussi, ich esse relativ viele Dinge, bin also leicht zufrieden zu stellen ;)
Danach musste man zum Arzt, aber davor ins Wartezimmer und warten war einer der Hauptsachen, die wir dort gemacht haben. Locker habe ich 3 Stunden gesessen, bis ich ins Zimmer gerufen wurde, wo man mir einen Becher in die Hand drückte und mir sagte, ich solle da reinpinkeln...dann mit dem Becher über dem Flur - den anderen mit den leeren Bechern in der Hand Entgegenkommenden mit einem Grinsen im Gesicht "Viel Spaß" gewünscht, und wieder abgegeben.
Dann mussten wir zum Personalfeldwebel, unsere Laufzettel abgeben (ein Zettel wo vermerkt ist, wo man überall war), und weiter zur nächsten Station.
In einem anderen Wartezimmer saßen wir mit Bewerbern, die ihr Vorstellungsgespräch hatten und manchmal mussten sie mehrmals reingehen, den einen Typen habe ich mindestens 4 mal gesehen...
Und oft kamen die Jungs raus, mit langgezogener Miene und sagten, sie hätten nur 4 Jahre bekommen, was Mannschaft bedeutet und keine Möglichkeit für Unteroffizier oder Berufssoldat bedeutet...ich machte mir da ernsthaft Gedanken, ob ich es schaffe, oder ob ich auch "nur" 4 Jahre bekommen würde...falls überhaupt, denn die Hauptuntersuchung stand am nächsten Tag an und ich hatte Asthma, wenn auch nur ultraleicht, aber das musste ich ja der Ärztin mitteilen.
Einer kam raus und sagte, das er nicht genommen würde, weil er zuviele Vorstrafen hätte (ich guckte ihn dumm an und dachte, er mache einen Scherz...) er sagte aber, das es wahr ist und naja, er hatte schweren Raub, schwere Körperverletzung und Einbruch begangen... (?????)
Ich fasste mir ein Herz und sagte ihm ins Gesicht (das was alle Anderen im Raum dachten), das er wohl nicht ernsthaft geglaubt hatte, das er genommen wird, mit so einem Strafregister...
Er meinte dann, die Polizisten hätten ihm gesagt, das sie das aus der Akte löschen und hier diskutierten wir, ob das gelöscht wird und wenn ja ab wann.
Ich bekam das Gefühl, das Einige wirklich nicht gemerkt haben, wofür sie sich beworben haben, schließlich haben wir uns nicht für irgendwas beworben, sondern für einen Beruf, den wir repräsentieren müssen - soll hier nicht allzu patriotisch klingen, aber während ich das hier schreibe, schüttel ich noch immer mit dem Kopf über das, was er so von sich gegeben hatte.
Dann war es 16 Uhr und wir hatten frei, ich war von dem Tag so kaputt, das ich mich erstmal ins Bett legte und gleich eine Stunde ratzte.
Anschließend lief ich im Regen draussen meine Runde, da ich ja ein Streakrunner bin (d.h. täglich laufen) hatte ich keine Lust meine gesammelten Lauftage über Bord zu werfen, nur weil ich woanders als zu Hause bin.
Inzwischen hatten wir 3 neue Zimmergenossinnen hinzu bekommen - die fertigen die Bewerber jeden Tag ab - nun waren wir 5 Frauen in dem Zimmer und wir tauschten uns erstmal aus, für was sich die Anderen so beworben haben etc.
Eine Bewerberin aus einer anderen Stube, recht überproportioniert (Klartext : sehr dick!) hatte sich den ganzen Tag über großschnauzig gegben, das sie hier wäre, um süße Typen kennen zu lernen und das sie ein Intimpircing hätte, wie viele Typen sie toll fänden etc. Und das sie sich als Sanitäterin beworben hätte für 8 Jahre, wovon sie nur 5 arbeiten will und dann schwanger werden will, um dann die restlichen 3 Jahre in den Mutterschutz gehen zu können.
Ich sagte dazu nichts mehr und tauschte nur Blicke mit den Anderen aus.
Ins Bett ging es um 22:30 und diesmal schlief ich recht tief und fest und als mein Handy mich wachklingelte, konnte ich es gar nicht fassen, das schon Zeit zum aufstehen war.
Leider war es aber die Realität, also raus aus den Federn, duschen und frisch machen.
Auf dem heutigen Tagesprogramm stand:
Hauptuntersuchung
Sportprüfung
Vorstellungsgespräch
Einplaner
Um 7 Uhr trafen wir uns beim Arzt ein und wie erwartet, warteten wir wieder bis Mittagszeit war, unser Sitzfleisch wurde wirklich arg gebeutelt.
Während des Wartens kam plötzliche eine Bewerberin und fragte die Mädels, wer seine Tage hätte, ein Mädel beantwortete mit ja und ich traute meinen Ohren nicht, als sie das Mädel fragte, ob sie in ihren Becher pinkeln könne, weil sie gekifft hätte...(Hier bestätigte sich meine gesamten Vorurteile gegenüber Kiffer...sie tat so, als ob das normal wäre).
Sie hatte (jetzt kommts!) ihre Mutter in den Becher pinkeln lassen und ihn dann mitgenommen (!!!) und den als der ihren ausgegeben....sie stellten jedoch fest, das der Urin einen Tag alt war und deshalb musste sie nochmal ran.
Meine Kinnlade hörte ich runterfallen und starrte sie nur noch blöde an...ich klatschte mir an den Kopf und sagte ihr nur noch, das sie selber schuld sei...sowas beklopptes kann ja nicht wahr sein.
Zum Glück wurde ich dann sehr bald aufgerufen und die Untersuchung begann, so stellte man bei mir beim rechten Auge fest, das ich da nur 70 % Sehkraft habe, was mich doch sehr überrascht hatte und langsam wurde ich recht nervös, weil ich das als Negativpunkt hinzu rechnete.
Hat Asthma, ist halb blind, aber will zum Bund...
Die Ärztin war aber sehr nett und fair und notierte sich das alles und sagte mir, das ich nochmal ins Bundeswehrkrankenhaus müssen, wo man ein Leistungsekg, Lungenfunktion und nochmals Sehtest machen würde und eine Brille wäre ja auch nicht so schlimm, was ich natürlich mit einem sehr glücklichen Kopfnicken bestätigte.
Notiert wurden z.b. auch Narben oder Tätowierungen, man wurde echt bis ins kleinste vermessen und gewogen.
Was mich nach einiger Zeit nervte, war die ständige Frage von der Ärztin, ob ich wirklich am Sporttest teilnehmen könne (Hallo? Ich bin doch nicht umsonst hier!!!) - nach dem dritten Mal Fragerei, teilte ich ihr mit, das ich ich letzten Jahr bei einem 24 Stundenlauf über 80 Km gelaufen bin und mir schon sehr sicher wäre, diesen Sporttest mitmachen zu können.
Sie bekam große Augen und endlich nickte sie auch bestätigend - hatte ich sie endlich überzeugt, wobei ich es nicht so gerne hab, von irgendwelchen Leistungsergebnissen zu berichten, aber da riss mir bald der Faden, weil sie mich wie eine Gebrechliche behandelte, nur wegen dem besch... Asthma, was ich nicht spüre, wenn ich einmal am Tag das Spray nehme.
Eine Überraschung war nach der Untersuchung, als man mir mitteilte, ich hätte jetzt das Vorstellungsgespräch und danach die Sportprüfung.
Aber zuerst gings zum Personalfeldwebel, den Laufzettel vorbeibringen und ich guckte ihn doof an, als er zu mir sagte, das es bei mir ja gar nicht gut aussehen würde, für das, was ich mir vorgenommen hätte...ich dachte nur "Du Arsch, du entscheidest nicht, was mit mir passiert, sondern meine Prüfer!" - ich sah über seinen Kommentar recht schnell weg, aber trozdem hats mich geärgert, weil ich nun natürlich darüber nachgedacht habe, worin ich im Test nun soooooo mies gewesen bin.
Also bin ich schnell runtergerannt, hab mich umgezogen, Make Up (nur ganz leichtes) aufgelegt und bin nach oben gehastet, habe einen Soldaten gegrüßt und in diesem Augenblick stolper ich auf der Treppe und lege mich nach allen Regeln der Kunst hin...
Der Soldat rief nur "Nana, nicht so eilig" und ich entgegnete nur lachend, das ich es aber eilig hätte - irgendwie war das eine solche Situationskomik, das ich das nicht peinlich fand und zum Glück konnte ich mich mit der Hand abfangen.
Wieder gings in den Warteraum, da saß ich ja schon eine ganze Weile nicht mehr drin...
Mir blieb jedesmal das Herz stehen, als der Prüfer reinkam und jemanden aufrief.
Und selbst noch die spannendste Zeitung wird irgendwann fade, weil man es endlich hinter sich haben will.
Im Warteraum wurde es mittlerweile ziemlich still, weil jeder seinen eigenen Gedanken nachhing (mit der Zeit hatte sich aber eine ganz gute Gruppendynamik entwickelt, auch zwischen Mann und Frau, wir saßen schließlich alle in demselben Boot).
Irgendwann...
Nach einer langen Zeit...
Kam der Prüfer rein und rief meinen Namen auf.
Mein Herz stockte, ich stand dennoch auf und schüttelte ihm die Hand und folgte ihm ins Zimmer.
Für die ersten Minuten hörte ich mein Herz wirklich bis ganz nach oben pochen, ein unheimliches Gefühl.
Es waren zwei Leute, ein Mann und eine Frau, wobei die Frau die Psychologin war und der Mann von der BW.
Die Fragenstellerei ging los, zuerst ein paar persönliche Fragen, bez. Schulabschluss, was hat man gemacht, als man arbeitslos war, dann Politik:
Wo ist die BW stationiert im Ausland, warum ist sie dort etc. und ich wusste schon vorher, das man mir gesagt hatte, das sie einen so lange fragen, bis man nichts mehr weiss.
Dieser Zeitpunkt kam doch recht schnell und ich konnte nur dumm lächeln und "Weiss ich nicht." sagen, ein äußerst widerliches Gefühl.
Aber, das was ich am besten fand, war, das man ehrlich sein sollte und das ist genau die Lebensphilosophie, die ich auch betreibe, alles andere funktioniert auf lange Sicht nie.
Langsam entspannte ich mich, die Frau und der Mann wechselten sich im Gespräch ab und ich achtete darauf, meine Hände immer brav auf den Tisch zu bewahren, um möglichst aufgeschlossen zu wirken.
Spezifische Fragen wurden dann gestellt, warum ich unbedingt zu der Panzertruppe möchte usw...
Dann, ganz wichtige Frage, die immer gestellt wird:
"Was ist das Instrument des Soldaten?"
Die Waffe.
"Und wofür ist sie da?"
Um mich, meine Kameraden und die Menschen, die unter meinem Schutz stehen, zu beschützen.
"Und das kann man noch wie ausdrücken?"
Um Menschen zu töten.
Harte Fragen, aber das ist es, was nunmal Tatsache ist - ich gebe hier meinen Bericht wieder, wie jeder Einzelne darüber denken mag, ist ihm überlassen.
Über Auslandseinsätze wurde dann auch geredet und wie meine Eltern das finden (Mein Vater war überrascht und meine Mutter überrascht bei mir gar nichts mehr - habe ich gesagt, was ein lachen auslöste)
Sie fragte dann "Haben Sie viele Freunde?" (Sie beziehen sich ja auch auf den Intelligenztest, wo man Fragen beantworten musste) und ich habe sie angeschaut und gesagt, das ich nicht viele Freunde habe, dafür aber echte und das mir das wichtiger ist.
Sie schien zufrieden damit zu sein, es entsprach ja auch der Wahrheit und sogar die Sache mit der Ausbilderin die sich weigert, mir ein Zeugnis auszustellen und wo ich bald gerichtliche Schritte einleiten werde, habe ich angesprochen, als er mich fragte, ob ich mich auch im kaufmännischen beworben hätte.
Dann kam die Sache mit "Wie wollen sie sich gegenüber Wehrpflichtigen durchsetzen..." Ich hatte da nicht so die perfekte Antwort parat, aber habe mit dem geantwortet, das ich mir zum gegebenen Zeitpunkt was einfallen lassen würde und ich dafür ja auch ausgebildet werde.
Bei dem Intelligenztest habe ich gut abgeschnitten, war also reine Panikmache von diesem Feldwebel...klar hatte ich einige Schwächen, aber es sei nix gravierendes dabei, meinte er und ich war sehr sehr erleichtert.
Sie bedankten sich für das Gespräch und ich wurde wieder rausgeschickt - mein Stein war innerlich deutlich geschrumpft, ich hatte es hinter mir und egal, wie es gelaufen war, es war vorbei.
Ich stand dann im Warteraum, weil ich keinen Bock mehr auf sitzen hatte und keine 5 Minuten später wurde ich wieder zurückgerufen.
Dort teilte man mir mit (und ja, ich bin stolz über diesen Satz) das man bei einigen Bewerbern sich nicht so recht entscheiden kann, aber bei mir hatten sie keinerlei Bedenken mich für die Feldwebellaufbahn für 12 Jahre vorzuschlagen, für alle Bereiche, die ich als Wunsch angegeben hatte und (jetzt kommts!!!) als Fallschirmspringerin würde er mich auch vorschlagen...da schüttelte ich aber den Kopf, ich wusste zwar, das als Fallschirmspringer höhere Erwartungen, besseres Ansehen etc. drin war, mein Problem war nur : ich springe nicht mal vom Drei Meter Brett.
Also lehnte ich das spezielle Angebot ab und unterschrieb die Verpflichtungserklärung.
Und er sagte mir, das ich die Sportprüfung nur mit 4 bestehen müsste, dann würde das in Ordnung gehen.
Jetzt stand nur noch die Sportprüfung an, ich holte den Laufzettel vom Personalfedwebel mit einem Grinsen ab und rannte schnell nach unten, zog mich um und ging in die Sporthalle.
Die Disziplinen waren :
4x9 Meter Pendellauf
BW Liegestütz (40 Sek. mind. 13)
Sit ups (40 Sek.)
Standweitsprung.
Die Liegestütze sind nicht die normalen, man liegt auf dem Bauch, Arme nach hinten, Hände berühren sich, dann hochkommen und mit einer Hand, den anderen ArmHand berühren, dann nach unten und Hände berühren sich wieder beim zusammenschlagen.
Es wurde mir geraten, sowas zu üben und ich tat das auch, zum Glück.
Zuerst war der Pendellauf dran, der war recht einfach, danach die Situps, bei den Frauen war die Höchstanzahl bei 34 Situps - ich schaffte 36, Standweitsprung hatte ich Mittelmaß geschafft und Liegestütz meine Höchstzahl von 26 - gab nicht viele Männer, die darüber lagen, hab bis heute keine Ahnung, wie ich das geschafft habe.
Somit hatte ich eine Gesamtpunktzahl von 19 und meine 2 in der Prüfung sicher - das war vielleicht ein geiles Gefühl.
Also nochmal zum Personalfeldwebel, Laufzettel abgeben, Ergebniszettel abgeben (hat der dumme Augen gemacht, HA!) und dann ins Wartezimmer für den Einplaner hingesetzt.
Zwischen der Wartezeit wurde es mir versüßt mit der Geschichte, das die Dicke (sie hatte echt mehr als nur 5 Kilo mehr auf den Rippen - ich hätte mich so nicht beworben), die ja so klug und so cool war, heulend den Gang runtergelaufen sein sollte - anscheinend habe die Prüfer ihr die Coolegansterbraut nicht abgenommen.
So lange musste ich dann auch nicht mehr warten, der Einplaner machte ein paar Formulare fertig, die ich unterschrieb und nun muss ich im März ins BWKrankenhaus gehen, dort die Tests machen und dann hoffen, eine Stelle zu bekommen.
Bundesweit natürlich.
Wollte gar nicht, das es so lang wird, aber ich bin einfach happy, das diese ganze Plackerei was gebracht hat, so ein Erfolgserlebnis habe ich nach der langen Zeit Arbeitslosigkeit einfach gebraucht, um zu wissen, das doch was in mir steckt :)